Kittsee in Bildern - Einst und jetzt


Fotos: Aircolor - Luftbild Austria


Quellen Text: Wikipedia, Hermann Klezath: Kittsee - Grundherrschaft und Markt, Band I-III, Historischer Spaziergang
               Bilder jetzt: Gemeinde Kittsee    Bilder historisch:  Archiv, Dorf- und Heimatverein, Pfarre Kittsee, Ethnographisches Museum, Kittseer Bürger, Renate Froschauer

Das Wahr- und Wappenzeichen von Kittsee ist der Heidenturm.

Er steht auf einem Feld (Ried Turmfeldäcker) außerhalb der Ortschaft, gelegen zwischen den Hottergrenzen Kittsee, Edelstal und Berg an der alten Bernsteinstraße, unweit von Limesresten. Von seiner Stelle aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Skyline von Preßburg (Bratislava).

Wer den Turm erbauen ließ, und welchem Zweck er diente ist umstritten und noch nicht schlüssig erforscht. Da das Gemäuer an der mittelalterlichen ungarisch-österreichischen Grenze steht und Scherben aus der Römerzeit in unmittelbarer Nähe gefunden wurden, könnten die Arpaden ihm Rahmen ihrer Grenzverstärkung ein römisches Bauwerk restauriert haben.

In seinem Arbeiten erwähnte der ungarische Geograph Matthias Bel:

Der Leitha-Rand, der die Grenze mit Österreich bildet, ist auch heute noch mit solchen viereckig gebauten Türmen befestigt, die zweifellos damals errichtet wurden, als Österreicher und Ungarn sich in wechselseitigen Niederlagen zerfleischten.“

In älterer Literatur wurde der Turm der Römerzeit zugeordnet und bereits 1527 als turricula semidurata bezeichnet. 1948 wurde der Turm baulich instand gesetzt.

Der Heidenturm bei Kittsee, auch Öder Turm genannt, ist vermutlich der Rest eines spätmittelalterlichen Wach- und Glockenturmes der Wüstung Lebarn. Mauerreste weisen darauf hin, dass er einst einen achteckigen Steinhelm trug.

Der Heidenturm ist somit der einzige bauliche Rest der ehemaligen Ortschaft Lebarn, der die Erste Wiener Türkenbelagerung 1529 überdauert hat. Die Ortschaft Lebarn verödete wahrscheinlich im 14. Jhdt. während der Agrarkrise.

Hinweise auf eine nahe gelegene Ortschaft erscheinen in österreichischer Literatur nur vage. Überliefert ist, dass König Ferdinand I. auf seinem Ritt nach Kittsee 1527 an einem halb verfallenen Turm „haud procul a quandam turricula“ auf einem freien Feld vorbeikam und die zugehörige Siedlung bereits verödet war.

Der viergeschossige Turm steht über einem quadratischen Grundriss mit 4,5 m Seitenlänge. Die Mauerstärke beträgt etwa einen Meter. Vom ursprünglichen Wehrturm sind heute nur noch die Umfassungsmauern erhalten. Während das erste und zweite Obergeschoss durch Scharten belichtet werden, kommt das Licht im dritten Geschoss durch hochrechteckige Fenster. Alle Fensteröffnungen sind in primär versetzten Steinlaibungen eingelassen. Letztere haben breite, in seitlichen Abläufen endenden Fassungen. In der südöstlichen Mauer ist im Erdgeschoss eine eventuell später ausgebrochene, nach außen hin trichterförmig erweiterte Öffnung. Ursprünglich verlief der Zugang wahrscheinlich über einen durch einen späteren Mauerausbruch teilweise zerstörten Hocheinstieg auf der nordöstlichen Seite des Turmes.

In der Erdgeschosszone sind die Ansätze des Gewölbes teilweise erhalten. Im vierten Obergeschoss sind noch die Viertelkreiskonsolen erhalten, die die Deckenbalken trugen. Der Turm ist aus lagerhaftem Bruchsteinmauerwerk gebaut, das in Abständen von 1,5 m durch Abgleichslager unterbrochen ist. An der Nordseite befindet sich ein aus Ziegeln bzw. aus plattigem Bruchwerk bestehender Rest einer vorgebauten Giebelmauer, die von einem später angebauten und nicht mehr erhaltenen Gebäude stammt. Konturen an seiner Nordseite lassen deutlich Spuren eines ehemaligen kirchenähnlichen Anbaus erkennen. Dieser wird mehrfach als das Langhaus der überlieferten Michaelskirche gedeutet. Der Bauteil reicht mit seiner Traufhöhe bis zum zweiten Obergeschoss des Turmes.

Die Ruine steht seit September 1932 unter Denkmalschutz (Obj. 6010).

 

Eventuelle Wehrturm-Weggefährten aus dieser Zeit sind der Kirchturm der Pfarrkirche in Pama sowie die Ruine Pottenburg auf dem Königswahrte in Berg/Wolfsthal.

Im 12. Jahrhundert wurde das „Alte Schloss“, ursprünglich eine von einer Donauschlinge umflossene Wasserburg, unter den Arpaden als Grenzfestung gegen das babenbergische Österreich errichtet.

Das Baujahr und wer die Burg mit gotischen Stilelementen erbauen ließ, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Wahrscheinlich ließ König Bela III. die Burg um 1175 – noch vor den Mongolensturm (1241-1246) aus gebrochenen Steinen und gebrannten Ziegeln im Mörtelbett als Grenzfestung erbauen und bemannte sie mit petschenegischen Grenzwächtern. Anfangs war sie durch den Donauarm und einen breiten Burggraben geschützte, königliche Burg. Als König Bela IV. (1235-1270) den Bau von Steinburgen an der ungarischen Grenze vorantrieb, war sie bereits eine der bestehenden 12 Burgen im Gebiet des heutigen Burgenlandes.

Erstmals wurde die Burg als Wehranlage anlässlich der Hochzeit des Sohnes des ungarischen Königs Bela IV. mit Kunigunde von Brandenburg im Jahr 1264 genannt. Im Krieg zwischen Rudolf I. von Habsburg und Ottokar II. Premysl wurde 1270/1271 die Burg zerstört. Der Nachfolgebau aus dem 14. Jahrhundert wurde 1363 als Castrum Kuchhe bezeichnet.

Der Standort an der Kreuzung alter, durch dichte Auwälder führende Handelsstraßen von und nach Preßburg war bewusst gewählt. Allerdings ist die Burg der Größe nach sehr beengt und dürfte den in ihrem Bereich lebenden Menschen wenig Schutz geboten haben. Bei herannahender Gefahr musste die Kittseer Bevölkerung Schutz in Hainburg suchen.

1271 wurde die Burg durch Söllner König Ottokars von Böhmen zerstört. Wahrscheinlich war sie am 15. Juli 1291, als Herzog Albrecht I. von Österreich und der ungarische König Andreas III. den „Frieden von Hainburg“ unterzeichneten, bereits wieder aufgebaut.

Nach dem Tod ihres Mannes ließ die Witwe Kappler die Burg nach Übernahme der Grundherrschaft um 1422 mit mächtigen Fundamenten ausbauen.1454 umgab eine solide gebaute Wehrmauer die Burg.

Sie erlangte nach ihrem Wiederaufbau wirtschaftliche Bedeutung als Mautstation am Donauübergang von und nach Preßburg, was zu häufigen Verpfändungen und Besitzwechseln führte.

Die Herrschaft Kittsee war in den Händen der Grafen von St. Georgen-Bösing, im 16. Jhdt. der Freiherren von Puchheim, 1648 bei den Brüdern Johann und Ladislaus Listy. Ab 1676 bei Graf Paul Eszterházy, unter dessen Schutz die Burg jüdischen Ankömmlingen als Unterkunft diente.

Jeder Besitzer gestaltete die Burg nach jeweiliger Mode nach und nach um. Zwinger, Vorwerke und Wallanlagen wurden abgerissen. Die Burg verlor ihre wehrtechnische Funktion zugunsten einer Wohnanlage.

Während ihres Zuges nach Wien zerstörten türkische Krieger 1683 neben Häusern der Einwohner auch die Burg. Nach dem Motto „Bestehendes solange zu erhalten wie es möglich ist“, ließ der Grundherr Fürst Paul I. Esterházy die Burg anschließend wieder instand setzen. Wahrscheinlich erhielt sie damals die heutige Struktur.

Um 1737 wohnten 7 jüdische Familien in der Burg. Es ist wahrscheinlich, dass das Gefängnis, welches sich im Erdgeschoss in der Ecke rechts des Einganges zur Burg befand, noch genutzt wurde.

Mit den zunehmenden Erträgen in der Landwirtschaft stieg der Bedarf an Lagerkapazität für Getreide, weshalb der Grundherr 1744 einen Schüttkasten an der welstlichen Burgmauer anbauen ließ. Um 1775 reichte auch dieser Platz nicht mehr aus. Es wurden weitere Umbauten vorgenommen und das Hauptgebäude der Burg in den Anbau des Speicher mit einbezogen.

Nach 1879 bis 1949 (?) war das Allodialgut bei der Familie Batthyány-Strattmann.

Diese nutzten die Burg als Schüttkasten und zur Unterbringung von Knechten. Das über Jahrzehnte vernachlässigte Gemäuer war bereits reparaturbedürftig. Dagegen waren die gewölbten Kellergeschosse in einem tadellosen Zustand.

Nach 1914 nutzte die Marktgemeinde Kittsee die Burg als Getreidespeicher und gestaltete den dem Ort zugewandten Trakt, der Wohnungsnot gehorchend, in Mietwohnungen um. Bei den Umbauarbeiten gingen die mit Stuckornamenten und Fresken geschmückten hohen Strebepfeiler der Säle und die gewölbten Decken verloren.

Mit dem Ausbau der Straße von Kittsee nach Engerau wurde das Gerinne samt Wassergraben am Alten Schloss 1933 trockengelegt.

Das Alte Schloss ist ein dreigeschossiger, vierflügeliger Bau mit einem achteckigen Turm im Hof. Die Wendeltreppe im Hof zeigt ein Wappen und die Jahreszahl 1552. Zum Keller führt ein spätgotisches Tor. An der Nordseite des Schlosses ist über die gesamte Länge ein Schüttkasten mit einem gewölbten Keller angestellt. Unmittelbar an den ehemaligen Schüttkasten schließt gegen Norden der Jüdische Friedhof Kittsee an.

 

Im April 1945 erhielt die Burg einen Bombentreffer, wobei der Schüttkasten sowie Teile des Hauptgebäudes zerstört wurden.

Im Laufe des letzten Jahrhunderts wurde die Burg zeitweise bewohnt und wieder verlassen. Das Grundstück verwaldete und verwilderte zusehends.

Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz und wird Stück für Stück aufwendig renoviert. Das Gebäude ist nach langer Zeit wieder bewohnt. Das Grundstück gesäubert, die Bäume großteils entfernt. Auch der Schüttkasten wurde wieder instand gesetzt.

Das gesamte Gebäude steht unter Denkmalschutz (Obj. 6006 und 7507).

 

(Quelle: Wikipedia und Kittsee Grundherrschaft und Markt, Band I – Autor Hermann Klezath)

 

FRIEDHOF

 

Kittsee gehörte zu den burgenländischen Siebengemeinden, wo sich seit 1670 unter dem Schutz der Fürsten Esterházy Juden niederlassen durften. 1735 lebten in Kittsee 266 Juden, 1821 waren es 789.

Im 18. Jhdt. wurde er jüdische Friedhof im einstigen Burghof des alten Schlosses (Burg), eingebettet in die Reste der einstigen Schutzmauern, angelegt. Er grenzt direkt an den Schüttkasten der Burg an.

Das 1.633 m² große Areal enthält ca. 230 Grabsteine, hauptsächlich aus Mühlendorfer Marmor oder Sandstein gefertigt, und ist die einzig erhalten gebliebene Gedenkstätte, welche direkt an die ehemalige jüdische Gemeinde in Kittsee erinnert. Die Inschriften der Grabsteine sind wertvolle, historische Quellen zu Leben, Schicksal und Geschichte der Kittseer Juden.

Aufgrund starker Abwanderung aus wirtschaftlichen Gründen sank ihre Zahl bis 1934 auf 62. Im Jahr 1938 kam es zur endgültigen Zerstörung der Judengemeinde Kittsee. Mitte April 1938 wurden die jüdischen Einwohner Kittsees und der Nachbargemeinde Pama nachts aus ihren Häusern geholt, enteignet und auf einer Sandinsel in der Donau ausgesetzt. Die Flüchtlinge wurden von Einwohnern des tschechoslowakischen Dorfes Devin (Theben – heute ein Stadtteil von Preßburg/Bratislava) gefunden und vorübergehend beherbergt. Schließlich konnten jüdische Hilfsorganisationen in Bratislava den deportierten Kittseer Juden die Emigration in verschiedene Aufnahmeländer ermöglichen.

Der Friedhof steht unter Denkmalschutz (Obj. 6014) und befindet sich im Eigentum der israelitischen Kultusgemeinde. In unregelmäßigen Abständen besuchen noch heute Nachkommen vertriebener oder abgewanderter Juden die Grabstellen ihrer Vorfahren.

Auch am europäischen Gedenktag, welcher jährlich im September stattfindet, kann der Friedhof mit Führung besichtigt werden.

 

KLOSTER/SYNAGOGE

 

Der umfangreiche Handel über die Grenzen hinweg zog häufig Kleinadelige in den Marktort Kittsee. Hier besaßen sie über kürzere oder längere Zeit „Freihöfe“, auch Edelhöfe genannt. Die Zahl der Freiherren bzw. Edelhöfe schwankten sehr stark.

Abseits des Ortskerns befand sich in der heutigen Neubaugasse, unterhalb der Herrengasse, der Wenkovichsche Edelhof. Gegen Ende des 13. Jhdt. soll der ungarische König den Meierhof samt Zubehör dem Minoritenorden übergeben haben, die ihn zu einem Kloster umwidmeten. Die Minoriten führten keine Seelsorge aus und betrieben Landwirtschaft für den eigenen Gebrauch.König Joseph II. schätze den Orden als unnütz ein und löste ihn auf. Noch heute gibt es in Kittsee einige Flure die „Klosteracker“ genannt werden.

Es wechselten die Besitzer, u.a. auch zur Familie Hatvani, deren Felder die „Hatvanischen Äcker“ genannt wurden.

Bereits 1679 war der Hof im Besitz der Familie Esterházy, welche das „große Judenhaus“ an die jüdische Gemeinde verpachtet hatte.

1826 wurde die Synagoge an die jüdische Gemeinschaft verkauft.

Bis 1938 beherbergte das massive Steinhaus einen großen Betsaal mit romanischen Rundbogenfenstern, sowie die Wohnungen den Rabbiners und des Schächters.

Im Herbst 1950 wurde die Synagoge abgetragen. Der Grund wurde an eine Kittseer Familie verkauft, welche darauf ihr Wohnhaus sowie ein Halle errichtete

Zum Gedenken an das ehemalige Gebäude wurde eine Tafel an der heutigen Gartenmauer angebracht und feierlich enthüllt.

Die Pfarre Kittsee besteht schon sehr lange Zeit und wurde vermutlich vor 1250 gegründet.

 

Historisch:

Pankratiuskirche und evangelische Kirche in Kittsee

Etwa dort, wo heute die Dreifaltigkeitssäule (Pestsäule im Park am Hauptplatz) steht, errichteten die Untertanen in der Gemeinde Kittsee in der ersten Hälfte des 12. Jhdt. am Anger ein Gotteshaus. Es war dem heiligen Märtyrer Pankratius – einem der Eismänner und Nothelfer – geweiht, dessen Fest am 12. Mai gefeiert wird. Es war sehr klein und entsprach nach heutiger Vorstellung eher eine Kapelle.

Erst als türkische Reiter das Gotteshaus während ihres Vormarsches nach Wien 1529 niederbrannten, hören wir wieder von der Pankratiuskirche. In den vorangegangenen beinahe 300 Jahren dürfte die Kirche wohl mehrfach umgebaut und restauriert worden sein.

Da viele kroatische Siedler zugezogen waren und die evangelische Gemeinde eine eigene Kirche am oberen Ortsende erbaut hatte, ließ der protestantische Grundherr Puchheim, trotz seiner religiösen Zurückhaltung, für die Katholiken 1548 eine größere Pankratiuskirche an alter Stelle errichten. Fortan gab es bis1780 zwei Kirchen in Kittsee.

Nach einer Visitation wurde die Kirche folgerndermaßen beschrieben:

Die Kirche ist in einem guten Zustand und hat eine schöne Sakristei und einen steinernen Turm, in dem drei Glocken hängen. In der Kirche befinden sich zwei vergoldete Messkelche, neue Messgewänder mit Zubehör, drei Alben, zwei Messbücher, eine goldene Monstranz, usw….“

Um 1674/76 ähnelte die im spätgotischen Stil erbaute Kirche der evangelischen Kirche. Das Kirchenschiff hatte ein Schindeldach und war von einer Mauer umgeben. Ihr Zustand und der nebenliegende Friedhof waren tadellos.

Anlässlich seines Besuches im Jahr 1696 erwähnte der Bischof, dass im Gotteshaus bereits seit 1548 wieder Gottesdienste abgehalten wurden. Der Zahn der Zeit hatte am Kirchturm so genagt, dass er zusehends zerfiel. Manche Gemeindemitglieder wünschten die Abtragung desselben, andere wollten ihn unbedingt erhalten. Dieser Umstand sorgte dafür dass 1712 ersatzweise ein frei stehender, hölzerner Turm mit drei Glocken erbaut wurde.

Die hölzerenen Fußböden, das Dach und der Türbereich waren nach einiger Zeit leicht baufällig. Darüber hinaus war die Kirche für die stark angewachsene katholische Gemeinde inzwischen viel zu klein, sodass sich Kirchgänger bereits auf dem Gottesacker versammeln mussten, um an den Gottesdiensten teilnehmen zu können.

Die Kirche mit seinen baufälligen Wänden und dem beschädigten Dach war 1776 heruntergekommen. Nachdem der Turm samt Glocken und Uhr 1780 eingefallen war, verlor die Kirchengemeinde das Interesse an der Pankratiuskirche und trug sie kurz darauf ab.

 

 

Pfarrkirche zur Kreuzerhöhung

 

1530 entschieden sich die Kittseer für den Bau einer eigenen und größeren Kirche am oberen Ortsende, dem noch heutigen Standort. Der Rohbau war gerade fertig, als ihn die Lutheraner an sich rissen. Diese vollendeten den Bau um etwa 1548. Das Kirchengelände samt Friedhof mit sieben Grabgewölben namhafter lutheranischer Familien umgab eine Mauer.

Für die Chorbegleitung gab es bereits eine Orgel. Der noch unfertige mächtige Steinturm mit steil ansteigendem Kuppeldach trug bereits zwei Glocken und hatten an der Außenseite eine Uhr. Die neue Kirche soll das schönste Gotteshaus in weitem Umkreis gewesen sein.

Im Verlauf der konfessionellen Auseinandersetzungen stürmten katholische Fanatiker 1673 die Kreuzerhöhungskirche mit Waffengewalt und vertrieben die evangelischen Pfarrer aus Kittsee und Edelstal.

Nach dem Erwerb der Grundherrschaft Kittsee betrieb der Grundherr Graf Esterházy die Katholisierung seiner Untertanen mit apostolischem Eifer. 1676 konfiszierte er das ehemalige protestantische Gotteshaus und ließ es umbauen. Den Friedhof ließ er an die Preßburger Straße außerhalb des Ortes verlegen.

Während des zweiten Zuges nach Wien zerstörten türkische Kriegshorden 1683 Teile der Kirche. Die Ruine fand lange Zeit keine Verwendung.

Die katholische Gemeinde setzte sich für den Wiederaufbau des verfallenen Gotteshauses ein. Nach langem Hin und Her stimmte der Grundherr zu. 1728 ließ die Gemeinde Baumaterialien anliefern. Nach Beendigung der Bauarbeiten wurde das mit doppeltem Chor ausgestattete Gotteshaus der Himmelfahrt der seligen Jungfrau Maria geweiht. Vermutlich verfügte die Kirche über 3 Altäre sowie eine Krypta. Die sechs Grabgewölbe wurden eingeebnet.

Ab 1736 zelebrierten die Pfarrer wieder Messen. Bereits nach 40 Jahren war die Kirche für die gewachsene Untertanengemeinde zu klein und reparaturbedürftig. Eine Erweiterung wurde in Betracht gezogen.

Baumeister und Begutachter kamen zu dem Schluss, dass die Kirche sowie die dem Verfall nahe Pankratiuskirche abgetragen werden müsste. Allerdings wurde eine Reparatur sowie Erweiterung angeordnet.

Während die Arbeiten am Kirchturm noch liefen, brach am 23. April 1795 in Kittsee eine Feuersbrunst aus. Das Dach der Kirche ging in Flammen auf, der Kirchturm stürzte ein. Ein weiterer Wiederaufbau musste eingeleitet werden.

Erst Ende 1808 weihte der Raaber Bischof die neu gestaltete Pfarrkirche zu Ehren des Heiligen Kreuzes.

Am 13. Feber 1817 fegte ein Sturm über Kittsee und riss das Kreuz von der Kirchturmspitze.

1822 hatte sich die etwa 50 Jahre alte Kanzel vom Mauerwerk gelöst und drohte herabzufallen. Wieder musste eine Reparatur durchgeführt werden.

Als der Fürst 1825 das Schloss Kittsee renovieren ließ, beantrage der Pfarrer einen Innenanstrich der Kirche.

Der Zahn der Zeit nagte an der Bausubstanz der Kirche. 1879 wurden umfangreiche Reparaturen am Kirchenmauerwerk, einem Gewölbe, der Dachdeckung und den Fenstern ausgeführt. Auch eine neue Kirchenorgel wurde angeschafft.

Das Ende der schmucken Kirche brachte der 2. Weltkrieg. Ohne Rücksicht auf ihren kulturellen Wert, sprengte die deutsche Wehrmacht am 2. April 1945 aus strategischen Gründen. Wenige Tage vor Kriegsende. Die historische Einrichtung und die Ausschmückungen der Kirche wurden in Schutt und Asche gelegt.

 

1948 erfolgte die Grundsteinlegung für eine neue Kirche.

Diese, mit einem Fassungsraum für rund 1250 Personen, wurde anschließend nach den Plänen der Architektin Helene Koller-Buchwieser vom Baumeister Stefan Wilhelm Haderer errichtet und am 16. November 1952 von Bischof Josef Schoiswohl zur Kreuzerhöhung eingeweiht.

Dir Turmhöhe beträgt 36,7 m (mit der Kreuzspitze). Der Taufstein konnte aus den Trümmern der alten Kirche geborgen werden und stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jhdt. Auf dem Hochaltar steht eine barocke hölzerne Kreuzigungsgruppe aus der ersten Hälfte des 18. Jhdt., ebenfalls noch aus der Barockkirche gerettet. Über der Sakristeitür hängt ein Ölbild aus der Mitte des 18. Jhdt. Es zeigt „Maria Immaculata“.

Das Kirchengebäude ist ein hoher Bau mit eingebundenem Westturm und haubenförmigem Helm. Das Mittelschiff ist überhöht, hat 2 Seitenschiffe und eine halbrunde Aspis. Die von Prof. Lucie Jirgal gestalteten polychromen Kirchenfenster mit Heiligendarstellungen enthalten deutsche und kroatische Inschriften.

Am 26. Oktober 2003 wurde in den Tabernakel des Marienaltars die Reliquie des seligen Dr. Ladislaus Batthyány-Strattmann eingesetzt.

Am 5. Mai 2019 wurde die Primiz von Pater Georg Maria Winter festlich gefeiert.

Die Kirche unterliegt dem Denkmalschutz (Obj. 6001).

Der Kittseer Friedhof befindet sich direkt neben dem ehemaligen Gebiet eines Donauarms (gegenüber der heutigen Polizeistation).  Vor 1938 befand sich an dieser Stelle eine 4-Bogen-Brücke, welche bereits im Mittelalter erbaut wurde. Diese spannte sich über einen der fließenden Donauarme, welcher in den 1950er Jahren durch die Donauregulierung ausgetrocknet war. Noch heute kann man sein damaliges Flussbett deutlich erkennen, obwohl kräftig aufgeschüttet wurde.


Nach Trockenlegung und Aufschüttungen wurden die Straßenzüge "Am Burggraben" und "Donauarmgasse" errichtet. Auch im Bereich des Kinderspielplatzes ist die vorherige Tiefenlage erkennbar.

Der Friedhof beherbergt u.a. auch die Gräber der Soldaten beider Weltkriege, sowie eine Grabstelle von russischen Soldaten.
Eine Urnenwand wurde vor Kurzem ebenfalls installiert.

Der Friedhof ist aus der Luft deutlich durch sein Kreuz aus Kastanienbäumen ersichtlich, welche die Hauptwege zu den Gräbern säumen.

 

Die Leichenhalle wurde in den 1980er Jahren erbaut. Es werden dort sämtliche Requiems für die Verstorbenen abgehalten, bevor der Gang zur letzten Ruhestätte abgehalten wird.

 

Die in den 1980er Jahren erbaute Leichenhalle befindet sich direkt angrenzenden an den röm.-kath. Friedhof.

 

1902 gründete Dr. Ladislaus Batthyány-Strattmann nach Plänen des Prebßburger Baumeisters Antal Durvay das Krankenhaus Kittsee als Privatspital.

Es umfasse ursprünglich 18 Betten, 2 Operationssäle und eine Röntgeneinrichtung. Die Kranken wurden unentgeltlich behandelt. Der Fürst operierte selbst, er war Augenspezialist für Star-Erkrankungen.

Während des 1. Weltkrieges (1914-1918) wurde das Krankenhaus in ein Lazarett umgewandelt. In dieser Zeit erfolgten die Aufstockung des Gebäudes und die Erweiterung der Bettenkapazität auf 80.

1922 übernahm die Burgenländische Landesregierung das Spital und führte es ab da als öffentliches Krankenhaus.

Am 26. Oktober 2003 erfolgte die Seligsprechung des Fürsten sowie die Umbenennung des Spitals in „allgemein öffentliches Ladislaus-Batthyány-Strattmann Krankenhaus“.

Zur Zeit umfasst das Spital die Abteilungen Chirurgie, Innere Medizin, Urologie, Narkose und Intensivpflege im Ausmaß von insgesamt 130 Betten. Im Jahr 2019 wurde außerdem ein MRT installiert, um die Versorgung der Patienten noch schneller und umfassender gewährleisten zu können.

Der umfangreiche Handel über die Grenzen hinweg zog häufig Kleinadelige in den Marktort Kittsee. Hier besaßen sie über kürzere oder längere Zeit „Freihöfe“, auch Edelhöfe genannt. Die Zahl der Freiherren bzw. Edelhöfe schwankten sehr stark.

 

  • „Wenkovichsche Edelhof“ – siehe ehemalige Synagoge
  • „Naszvadihof“ Gänsgasse

Noch vor 1577 existierte in Kittsee der Hatvanische Edelhof etwa an der heutigen Gabelung der Oberen Hauptstraße mit der Gänsgasse, den Johann I. Listhi zu Lebzeiten übernommen hatte. Als er hoch verschuldet war veräußerte Graf Johann V. Listhi den Edelhof 1674 an den Edelmann Andreas Naszvády, der ihn um 1700 „Naszvádyhof“ nannte.

Die allgemeine Geldknappheit zwangen die Naszvády´s Obligation zu unterzeichnen. Diese ähnelten unserer heutigen Grundschuld. Die Witwe Clara Naszvády wurde vom Rentenamt aufgefordert die Schulden zu tilgen. Da weder die Witwe noch ihr Sohn, der Stuhlrichter und Besitzer des Naszvádyhofes in Pama war, die Obligationen ablösen konnten, verpfändeten sie den Kittseer Edelhof 1745 an das Majorat. 1760 konnten die Schulden endgültig getilgt werden.

Nach dem Tod von Franz Naszvády muss es zwischen Bevollmächtigten des Esterházyschen Majorats und der Witwe Naszvády zu Verkaufsverhandlungen gekommen sein, welche scheinbar keine Einigung erzielte. Der Edelhof wurde von einem Treuhänder verpachtet.

Das Haus (Gänsgasse 10) befindet sich heute im Privatbesitz und steht unter Denkmalschutz (Obj. 6009). Teile der Fassade wurden freigelegt, da alte Malarbeiten darunter gefunden wurden.

 

  • „Edelhof“ Gasthaus am Hauptplatz.

 

 

Am 28. Juni 1831 kam Joseph Joachim, ein zu seiner Zeit weltberühmter Geiger und Komponist, in Kittsee zu Welt und hat wahrscheinlich in diesem Haus bis 1833 gelebt. Vater Julius war Kaufmann und sah für seine Familie und für sein Geschäft in Budapest, wohin die Familie übersiedelte, eine mehr Erfolg versprechende Zukunft.

Das Haus kam dann in den Besitz eines Haarhändlers, ehe es die Familie Hüttlinger vor mehreren Generationen erwarb, um darin eine Bäckerei zu betreiben.

Bereits um etwa 1670 führte vom heutigen Schloss eine fünf Kilometer lange Lindendoppelallee zur Donau gegenüber von Pressburg hin.

Dieser einstige Verbindungsweg von Kittsee nach Pressburg verlor durch wirtschaftliche und politische Veränderungen zusehends an Bedeutung, überdies veränderte die Donauregulierung in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts das Wegenetz.

Heute sind die Wegstrukturen der Allee noch bis zu Staatsgrenze deutlich erkennbar. Durch Parzellierung des Arials der breiten Lindenallee entstanden die so genannten "Alleestückln", kleine Obst- und Gartenanlagen. Rechts und links davon gehen Wege (Güter- und Feldwege zu den jeweiligen Ackerflächen), auf welcher früher die Linden gepflanzt waren.

Die Hubertuskapelle Kittsee wurde errichtet von Freunden der Jagd unter Jagdleiter Ferry Hauswirth.
Streng genommen steht diese genau am (jetztigen) Beginn der einstigen Lindenallee.

 

 

Auf einem würfelförmigen Sockel befindet sich ein klobiges Postament mit dem Batthyány-Wappen, zahlreichen Verzierungen und der Jahreszahl 1752. Aus diesem Postament wächst eine schlanke, glatte, mit Goldrändern bestückte Säule, mit reich verziertem Kapitell, empor. Auf dieser Säule ist eine einfach gestaltete, dennoch punkvolle Mater dolorosa (Pietá) aufgesetzt.

Nach mündlichen Überlieferungen soll an dieser Stelle eine bedeutende Persönlichkeit infolge eines Unwetters mit dem Pferdegespann verunglückt sein.

Der Bildstock steht auf einem Privatgrundstück und untersteht dem Denkmalamt (Obj. 6013).

Um 1770 wurde die Mariensäule (Immaculata-Säule) inmitten des Dorfangers errichtet, unweit der Stelle an der einmal die Pankratiuskirche stand.

Die Heilige steht mit gefaltenen Händen auf einer halben Erdkugel, die von einer Schlange bedroht wird. Der glatte, runde Schaft der Säule wurd von einem Schneckenkapitell (Spiralen- und Blattornamente) abgeschlossen. Die Säule wurde 1999-2000 renoviert.

Die Säule steht unter Denkmalschutz (Obj. 6011)

Die Dreifaltigkeitssäule (Pestsäule) wurde im Laufe der Zeit mehrmals versetzt, ehe sie an ihrem jetztigen Standort geriet.

Laut Inschrift wurde die Säule im Jahr 1727 errichtet.

Auf dem Vorsprung des Sockels stehen die Statuen des Heiligen Rochus (gegen Pest, Cholera, Tollwut und andere Seuchen und Krankheiten, Beschützer der Ärzte, Pfleger, Krankenhäuser und Patron Gefangener) und des Heiligen Sebastian (gegen Pest, Seuchen, Schutzpatron der Brunnen), die an der Vorderseite von einem sitzenden Engel mit Christusmonogramm ergänzt werden. An der vorderseitigen Säule befindet sich ein Vollrelief der Gottesmutter Maria. Die barockisierende Säule ist mit Engelköpfen versehen. Das Kapitell ist reich verziert. Gekrönt wird die Säule von der auf Wolken thronenden Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Die Säule wurde in den Jahren 1998-1999 vor dem Verfall gerettet und gründlich renoviert.

Sie steht unter Denkmalschutz (Obj. 6012).

Die Statue der schmerzhaften Gottesmutter Maria wurde im Jahr 1719 errichtet und steht direkt an der Grenzübertrittsstelle Kittsee-Jarovce. Im Jahre 2000 wurde die Generalsanierung durchgeführt, wobei nur die Säule im Originalzustand bleiben konnte, während die Statue selbst neu gefertigt wurde

Das Materl ist der Jungfrau Maria geweiht.
Es steht auf dem Feld der Familie Pöschl (Radweg Kittsee - Berg).

Monsignore Dr. Pöschl ist ein großer Vererhrer der Gottesmutter. Bei der Primiz seines Großneffen Pater Georg Maria Winter im Mai 2019 wurde eine Prozession mit Andacht beim Materl durchgeführt.

 

Das Kriegerdenkmal ist den gefallenen Söhnen der Gemeinde Kittsee aus beiden Weltkriegen gewidmet.

Vor der Sprengung der barocken Pfarrkirche stand das Denkmal direkt zwischen Pfarrhof und Kirche.

Spätestens nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das Denkmal in die Parkanlage am Hauptplatz (neben dem Feuerwehrhaus) versetzt und um die Gedenktafeln für die gefallenen Kittseer aus dem 2. Weltkrieg erweitert.

2008 bestellte der Tourismusverein beim ortsansässigen Bildhauer Ralf Hünerth einen Stein, welche das Wappen und den Schriftzug Kittsee enthalten sollte. Dieser Stein wurde vor der Schlossmauer aufgestellt. Im Zuge der Straßenumbauarbeiten im Kreuzungsbereich Eisenstädter Straße/Berger Straße wurde ein Kreisverkehr errichtet, in dessen Mittelpunkt nun der Stein seinen Platz gefunden hat.

Der Stein war ursprünglich nur vorderseitig behauen. Aufgrund der Neuplatzierung wollte man die Rückseite nicht einfach blank lassen, und beauftragte Herrn Hünerth 2017 mit der Gestaltung. Nachdem Kittsee für seine Marillen bekannt und berühmt ist, war das neue Motiv relativ leicht zu bestimmen.

Kurz nach der Bestellung des Kittsee-Steins wurde auch noch ein Brunnen für den Hauptplatz angeschafft. Dieser ist auf einem kleinen Grünstreifen neben dem Gemeindeamt, gegenüber der Pension Hauswirth platziert.

Den Mittelpunkt stellt ein Stein mit vier ungleich hohen Pfeilern, welche die Umgangssprachen der Kittseer verkörpert, dar. Es handelt sich hierbei um die Sprachen Deutsch, Kroatisch, Ungarisch und Slowakisch – bezogen auf die Mehr- oder Minderheiten der Kittseer Bevölkerung.

Der Hauptplatz – Herz und Kerngebiet von Kittsee.

Hier finden Sie noch eine geschlossene Bauweise mit Streckhöfen vor. Früher handelte es sich hauptsächlich um Bauernhäuser. In den meisten Gebäuden finden sich heutzutage Geschäfte, Gastronomiebetriebe, medizinische Einrichtungen und Banken vor.

Auch das Ensemble von Kindergarten und Volksschule prägte für 1 Jahrhundert das Ortsbild. Aufgrund des Neubaus eines größeren Kindergartens wurden die baufälligen Gebäude abgerissen.

Die Park- und Grünflächen bieten Erholungs- und Rückzugspunkte. Um das Ortsbild zu verschönern bzw. Schattenplätze zu schaffen/erhalten werden Pflanzen und Bäume aller Art gesetzt und gepflegt.

Mitte des 19. Jhdt. wurden auf ehemaligen Weideland zwei gegenüberliegende Reihen von einheitlichen Giebelkleinhäusern errichtet. Sie dienten als Wohnungen für die im herrschaftlichen Meierhof im Fasangarten (heute slowakisches Staatsgebiet) beschäftigten Arbeiter. Sie bestanden aus einem gassenseitigen großen Zimmer, anschließender Küche mit schlupfbarem Selchkamin und Hinterzimmer, sowie einem Raum für eine Kuh und eventuell für ein Pferd und anschließendem hölzernen Schuppen für Kleintiere und Futtermittel.

Die Mauern bestanden unten aus Bruchsteinen aus dem Edelstaler Steinbruch, darüber aus „Lehm-Stroh-Wurzeln“ und luftgetrockneten Lehmziegeln, die Dächer waren aus Stroh. Die ungewöhnliche Breite der Gasse (28 m) war wegen des Viehtriebes zum Meierhof zum Ort notwendig.

Ihren im Volksmund geprägten Namen hat die Krachgasse wahrscheinlich von einem ehemals hier tätigen Greißler, der in der Grasse „krachen“ gegangen ist (Pleite gemacht hat).

Die Straßenzüge Krachgasse und Untere Hauptstraße werden u.a. durch die Klärgasse verbunden.

Klärgasse deshalb, weil in den 1970er Jahren dort eine Kläranlage für Kittsee erbaut wurde, welche mit der Zeit überholt war und vor einigen Jahren wieder abgerissen wurde. Der ehemalige Klärteich ist aber geblieben, und heute ein Naturteich und Regenauffangbecken, in dem sich viele Tier- und Pflanzenarten heimisch fühlen. Seit einiger Zeit gedeihen dort auch Seerosen.

Einer der größten Nebenarme der Donau zweigte in Wolfsthal ab und floss entlang der Ortschaft parallel zum steil abfallenden Waldhang der Königswarte in Richtung Ortsgrenze Berg, dann zum Schloss Kittsee und über die Wiesenäcker zur Burg.
Kleiner Nebenarme ermöglichten den Transport von Holz und denBetrieb von Schiffsmühlen. Die Bewaldung zwischen dem Ufer und der Herrschaftsmauer im nordöstlichen Teil von Kittsee ergab die spätere Bezeichnung "Schattendörfl".

Die im Laufe der Zeit voranschreitende Verlandung der verschiedenen Donauarme und die große Donauregulierung ab 1865 ließen die Donauarme in Kittsee gänzlich verschwinden.

In der Zwischenkriegszeit waren aufgrund der Arbeitslosigkeit viele Burgenländer gezwungen nach Amerika auszuwandern. Aus Kittsee traten ungefähr 80 Männer diese Reise an. Viele Auswanderer blieben in Amerika, einige kehrten zurück.

Einer dieser Heimkehrer soll angesichts der baulichen Ausdehnung von Kittsee dieses mit dem rasanten Tempo der Entwicklung in Chicago verglichen haben. Dieser Vergleich gefiel den Gemeindevätern und sie beschlossen, den neuen Ortsteil hinter der Hutweide, Richtung Grenze, mit „Chikago“ zu benennen.

siehe "jüdischer Friedhof u. ehem. Synagoge"

„Am Burggraben“, so heißt der Ortsteil von Kittsee, der sich hinter dem Schanzl anschließt. Das Schanzl ist der älteste Ortsteil von Kittsee. Die alte Burg (altes Schloss) wacht dort seit Jahrhunderten.

Der Burggraben war vor der Donauregulierung von fließendem Gewässer (Donau-Seitenarm) umgeben. Man kann sein Flussbett noch heute deutlich erkennen, da es, trotz der vielen Aufschüttungen, noch immer ein tiefergelegenes Straßenstück von Kittsee ist. Bis in die frühen 1900er Jahre stand dort auch eine 4-Bogen-Brücke, welche bereits ebenfalls vor Jahrhunderten erbaut wurde. Zeit und Kriege haben der Brücke mitgespielt, und so wurde sie abgetragen.

In den 1980er Jahren wurde am rechten Seitenufen (Anhöhe) eine Leichenhalle erbaut, die direkt an den Ortsfriedhof angrenzt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde in der Senke ein Kinderspielplatz errichtet. Die Straßenbezeichnungen „Brückengasse“ und „Donauarmgasse“ erinnern an das Gewässer.

Der Straßenzug erinnert an den berühmten Geigenvirtuosen Joseph Joachim, dessen Geburtshaus heute noch besteht. Das denkmalgeschützte Gebäude ist eines der ältesten, erhaltenen Häuser in Kittsee. Im Nachbarhaus war das Gemeindeamt (danach Elektrofirma, danach Schuhhaus, heute Optimamed - physikalisches Rehazentrum) untergebracht.

Bis Ende der 1990er Jahre befand sich auch das einzige Kino in Kittsee an diesem Platz.

Auch auf diesem Platz werden die Grünanlagen derzeit neu gestaltet und mit Bäumen bepflanzt, um einen schönen Anschluss an das Ortszentrum zu erhalten, bzw. unseren Rehapatienten Wohlfühlatmosphäre und Schattenplätze zu ermöglichen.

Der frühere Bahnhof (Preßburger Bahn) stand in der heutigen Bahngasse in Nähe des Getreidesilos von Fa. Bruck.

Heute ist der Bahnhof am Ende der Unteren Hauptstraße untergebracht.

Kittsee liegt in einem Gebiet, welches durch Niederösterreich (Nachbargemeinschaft Berg) und der Slowakei (Nachbarstadt Bratislava - Pressburg) begrenzt wird.

Neu angelegte Radwege laden zu ausgedehnten Runden durch die Natur ein. Hier ein kleiner Ausschnitt an Aussichten: