Die Geschichte

Jungsteinzeitliche Streufunde weisen darauf hin, dass das heutige Kittseer Gebiet schon früh von Menschen besiedelt war. Bei Erdarbeiten westlich der Strasse von Berg nach Kittsee, kamen der frühbronzezeitlichen Wieselburger Kultur zugehöriges Grab mit Beigaben zutage.

Die Römerstraße Carnuntum-Gerulata soll in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten südlich des Ortes verlaufen sein. Die Lage Kittsees am kürzesten Verbindungsweg von Wien durch das "Ungarische Tor" nach Innerungarn lässt die frühzeitige politische und strategische Bedeutung des Ortes erkennen. Wahrscheinlich war die Siedlung ab dem 11. Jahrhundert mit petschenegischen Grenzwächtern, die von den ungarischen Königen häufig an der Westgrenze Ungarns angesiedelt wurden, besetzt.

Auf Kittseer Boden soll auf dem "Viervelt" um die Mitte des 12. Jahrhunderts beim Einfall des ungarischen Heeres Königs Geiza II. nach Österreich eine Schlacht geschlagen worden sein. Auch Friedrich I. lagerte hier im Jahr 1198 auf seinem Kreuzzug während der Durchzugsverhandlungen mit Ungarn. 1263 fand eine großartige Fürstenhochzeit statt: Die Nichte des Königs Premysl Ottokar von Böhmen, Kunigunde von Brandenburg, wurde mit dem Sohn des ungarischen Königs Bèla IV. auf dem weiten Felde vor Kittsee ("vizze, Viervelt") vermählt.

Während des Kampfes um das Babenberger Erbe marschierte Ottokar von Böhmen 1270 oder 1271 mit seinem Heer vor Kittsee auf und zerstörte die Burg. Dennoch wird 1363 das "Castrum Kuchhe" (Burg Kittsee) wieder urkundlich genannt. 1291 wurde der auf die Güssinger Fehde folgende "Hainburger Friede" zwischen Herzog Albrecht I. von Österreich und König Andreas III. von Ungarn geschlossen.

Im Jahr 1390 befand sich Kittsee ("villa Koeche") in den Händen der Scharfenecker, welche die Herrschaft bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts besaßen. 1416 wurde Kittsee urkundlich bereits als "Oppidum Kwkche" (Markt Kittsee) bezeichnet.
Zu diesem Zeitpunkt war die Scharenecker Herrschaft an den ungarischen König Sigismund gefallen, der diese in der Folgezeit an verschiedene Kleinadelige verpfändete.

Im September 1529 kamen die ersten türkischen Truppen nach Kittsee. Dabei wurden zahlreiche Häuser und die 300 Jahre alte Pankratiuskirche zerstört sowie die Bevölkerung arg dezimiert.

Nach diesem Desaster wurde der Ort mit Kroaten nachbesiedelt, der genaue Zeitpunkt ist allerdings nicht bekannt. Nach der kanonischen Visitation von 1659 sind die eine Hälfte der Bewohner des Ortes Kroaten, die andere Hälfte deutsche Einwohner; 1715 überwiegt bereits die deutsche Bewohnerschaft.
Durch die Toleranz der damaligen Grundherren war die Reformation und damit die Lehre Luthers - vor allem unter der deutschen Bevölkerung in Kittsee - auf fruchtbaren Boden gefallen. Schon 1676 ging der Ort in den Besitz der Familie Esterházy über, die in ihrem Herrschaftsbereich die katholische Restauration durchführten. Das Pestjahr 1679 forderte auch im Ort seine Opfer. Im Türkenjahr 1683 hielt Kaiser Leopold bei Kittsee eine Heerschau seiner Truppen ab; auch der Feldherr Karl v. Lothringen legte auf seinem Rückzug von Ungarisch Altenburg nach Wien hier eine zweitägige Rast ein. Im Zuge der Zerstörung Hainburgs durch die Türken fanden auch zahlreiche Kittseer, die in die Stadt geflüchtet waren, den Tod. Unter den nationalungarischen Aufständen (Bocskay-, Bethlen-Rebellion) zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte der Ort ebenso zu leiden wie im Kuruzzenkrieg des Jahres 1704. Obwohl viele Kittseer wiederum nach Hainburg geflohen waren, um nicht in die Hände der Aufständischen zu fallen, wurde die Ortsbevölkerung stark dezimiert.

Kittsee war eine der sieben Judengemeinden des Burgenlandes. Um 1700 ließen sich Juden, die aus Pressburg vertrieben worden waren, hier nieder; 1778 stellte Fürst Nikolaus Esterházy der Judengemeinde zur Errichtung einer Synagoge ein zur Burg gehörendes Wirtschaftsgebäude zur Verfügung. 1826 konnte die Judengemeinde das Haus käuflich erwerben. 1950 wurde das Gebäude von der Kultusgemeinde abgetragen und das Grundstück verkauft.
Der Friedhof besteht noch heute.

Im Zuge der napoleonischen Kriege wurde auch Kittsee 1809 von den Franzosen besetzt, die von der Bevölkerung Kleider, Quartier, Verpflegung und Fuhrleistungen einforderten. Im Gemeindearchiv finden sich viele "Spezifikationen", die Aufschluss über die damaligen Besatzungskosten geben.
In die Ereignisse der Revolution von 1848/49 wurde auch Kittsee hineingezogen, da sich hier die ungarischen Truppen gesammelt hatten, bevor sie gegen die Kaiserlichen zogen. Viele Bauern, bewaffnet mit Sensen und Dreschflegeln, hatten sich dem Militär angeschlossen, ohne zu wissen, worum es eigentlich ging. Nach einer kelinderen Niederlage bei Regelsbrunn zogen sich die ungarischen Truppen in ihr Lager nach Kittsee zurück. Neuerlich wurde der Kampf gewagt, aber bei Schwechat endgültig verloren. Volle zwei Jahrhunderte blieben die Esterházy Herren von Kittsee.

In den 70-er Jahren des 19. Jahrhunderts gaben sie den nach 1848 verbliebenen Rest an die Batthyány weiter. Als selbstloser Menschenfreund und markanteste Persönlichkeit dieser Familie ging Fürst Ladislaus, Augenspezialist und Begründer des Kittseer Krankenhauses, in die Geschichte der ganzen Umgebung bis tief nach Ungarn hinein ein.
Die im damaligen Westungarn in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts betriebenen Madjarisierungsbestrebungen hatten in Kittsee wenig Erfolg.

Die Klassenbücher von 1881/82 und 1882/83 weisen durchwegs schlechte Noten in "Ungarischer Sprache" aus. Auch war es den Einwohnern nicht erlaubt, an Wallfahrten nach Österreich teilzunehmen. Trotz dieses Verbotes schlossen sich die Kittseer einer Prozession aus der Schüttinsel nach Wolfsthal an, wurden jedoch von den Grenzwächtern zurückgewiesen. Während des Ersten Weltkrieges wurde aus dem Kittseer Krankenhaus ein Lazarett. Da es wegen der zahlreichen Verwundeten zu klein wurde, erfolgte eine Aufstockung des Hauses.
 
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort Kampfgebiet, nachdem schon vorher die alte Burg durch Bombentreffer erheblich beschädigt und die Kirche aus strategischen Gründen von den deutschen Truppen gesprengt worden war. Im März 1945 wurde das Krankenhaus geräumt. Ärzte, Schwestern, Personal und Mobiliar sowie viele Patienten wurden in ein Kloster bei Passau evakuiert. Nach 13 Monaten konnte der Spitalsbetrieb in Kittsee wieder aufgenommen werden. Die Nachkriegsjahre waren geprägt von einem großen Nachholbedarf der Gemeinde und dem Aufschwung der Wirtschaft. Kittsee, damals an der "toten" Grenze des Eisernen Vorhanges, setzte seine Schwerpunkte in die Erneuerung der Infrastruktur und in die Ansiedelung der Industrie, was wiederum die finanzielle Situation der Gemeinde verbesserte. Durch die Grenzeröffnung im Dez. 1989 erlangte der Raum Kittsee enorm an Bedeutung. Im Jahr 1991 erfolgte die neuerliche Gemeindetrennung von Edelstal.
 
Durch die politischen Veränderungen in Osteuropa rückte Kittsee ins Zentrum vielfältiger Interessen. Das wichtigste Projekt in diesem Zusammenhang ist der "Inter-City-Park". Mit dem Gewerbebetrieb wurden neue Möglichkeiten geschaffen, hochqualifizierte Arbeitsplätze in der eigenen Gemeinde vorzufinden. Für eine optimale Verkehrserschließung sorgen die Südumfahrung Kittsee mit einem neuen internationalen Grenzübergang sowie die neue ausgebaute Eisenbahnlinie Wien-Pressburg.

Im Rahmen des interkulturellen Lernens werden sie auch von Kindern aus Pressburg besucht. 1995 wurde die Hauptschule zur UNESCO-Hauptschule ernannt; im Jahr 1999 feierte die Schule das 50-Jahre-Bestandsjubiläum.

Veranstaltungen

Theaterverein: Love and Peace im Gemeindeamt

Love and Peace im Gemeindeamt

Theaterverein: Love and Peace im Gemeindeamt

Love and Peace im Gemeindeamt

Advent im Schloss Kittsee

Sportverein: Adventfenster

JVP: Nikolausaktion